Köln | Niemand redet gern drüber. Aber die Zustände müssen klar benannt werden.
Das zunehmend verwahrlosende Kölner Stadtbild ist immer mehr Bürgerinnen und Bürgern ein Dorn im Auge.
Und die Angst der Anwohner an Brennpunkten innerhalb der City wird immer größer.
Kot, Spritzen, Müll: Kölner Gastronom schildert Zustände
Das wurde am Mittwoch Mittag deutlicher denn je.
Denn: Rund um die Limburger Straße und den Friesenplatz eskaliert die Drogenszene seit ein paar Monaten immer mehr.

Womöglich durch die Verdrängung vom Neumarkt verlagern sich Dealer und Junkies in die angrenzenden Veedel.
Die Situation ist so schlimm geworden, dass sich Anwohner und Gewerbetreibende zusammen getan haben und das Ordnungsamt und den Oberbürgermeister gebeten haben, sich die Lage anzuschauen.
„Bereits Anfang Juni erfolgte die Anfrage. Rund vier Monate später am gestrigen Mittwoch., 30.09. kamen dann zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Andreas Bohl von der CDU, ebenfalls Anwohner, nahm am Treffen teil. Die betroffenen Anwohner hatten gehofft, dass der Oberbürgermeister mitkommt. Dieser war offensichtlich terminlich verhindert“, heißt es von Seiten eines Teilnehmers, der anonym bleiben möchte.
Andreas Bohl (CDU) unter den Teilnehmern der Angst-Runde
Rund 30 Betroffene versammelten sich auf dem Friesenplatz vor Weingarten und der Apotheke. Die Quelle weiter: „Die Anwohner und Gewerbetreibenden schütteten ihr Herz aus und brachten zum Ausdruck, wie schlimm die Lage ist und wie verängstigt sie sind. Fäkalien im Hauseingang, Spritzen, offener Drogenkonsum, Verunreinigung.
Noch viel krasser: die Junkies werden immer aggressiver, bedrohen Menschen, gehen in die Geschäfte (zum Beispiel Friseur) und verängstigten die Menschen.“

Ein Gastronom am Friesenplatz habe berichtet, dass seine Gäste Angst haben.
„Vorbei kommende Junkies betteln nicht nur, sie greifen nach dem Aschenbecher auf dem Tisch, um eine Zigarette rauszuholen,sie nehmen sich die Getränke auch von den Tischen und greifen sogar nach dem Essen.
Manche spucken den Gästen auf die Teller. Das sind längst keine Einzelfälle mehr. Die Gruppe der Anwohner und Gewerbetreibenden hatte sogar eine Liste an Ideen und Sofortmaßnahmen vorbereitet, die sie den Mitarbeitern des Ordnungsamtes überreichten.“
Besagtes Dokument liegt der Redaktion vor.
Es nennt sich „Sofortprogramm Friesenplatz und Limburger Straße und beinhaltet ein Konzept für ein sechsmonatiges Modellprojekt zur Stabilisierung des öffentlichen Raum: „Das Konzept verbindet konkrete Hilfen für suchtkranke und wohnungslose Menschen mit verlässlicher Präsenz, früher Reinigung, klaren Regeln und einer festen Koordination für das Quartier. Es richtet sich an die Stadt Köln, die Polizei Köln, Suchthilfeträger, AWB, KVB sowie an Anwohnende, Eigentümer und Gewerbetreibende.“
Die CDU Innenstadt hatte indes bereits im Juni in der Bezirksvertretung ein Maßnahmenpaket per Antrag vergeblich gefordert.





