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Kölnisch Wasser – Eau de Cologne

Bild von einer 4711-Flasche

Kölnisch Wasser oder auch Eau de Cologne ist die Bezeichnung für ein typisches Kölner Duftwasser. Im Gegensatz zu Eau de Cologne ist Original Eau de Cologne eine geschützte Herkunftsbezeichnung, die nur von Kölner Herstellern verwendet werden darf.

Am bekanntesten ist sicherlich die Marke 4711 der Firma Mülhens (heute im Besitz des Konzern Procter & Gamble, deren Name der Hausnummer des Stammhauses in der Glockengasse entnommen ist).

Heutzutage weitgehend unbekannt ist, dass 4711 gar nicht das Original Kölnisch Wasser ist. Dieses stammt von Johann Maria Farina (1685-1766), der im Jahre 1709 aus Ölen von Zitrone, Orange, Bergamotte, Mandarine, Limette, Zeder und Pampelmuse sowie Kräutern ein Duftwasser mischte, das er zu Ehren seiner wunderschönen Heimatstadt als „Eau de Cologne“ verkaufte.

Die Kunden waren begeistert. Bald verlangen Adelige wie Clemens August von Wittelsbach und Friedrich Wilhelm von Preußen nach dem Wässerchen. Als französische Soldaten im Siebenjährigen Krieg ab 1756 das Rheinland passieren, nehmen sie den Duft mit nach Frankreich. Jetzt ist sein Siegeszug nicht mehr aufzuhalten. Es wird das berühmteste Parfüm aller Zeiten.

Napoleon liebte Eau de Cologne

Auch der große Napoleon war ein großer Anhänger des „Eau de Cologne“. Napoleon war ein echter Reinlichkeitsfanatiker und wusch sich ständig mit der britischen Duftseife „Brown Windsor“ und sprühte sich täglich mit etlichen Flaschen des Kölnisch Wasser ein. Sein Lieferant war Jean-Marie Farina, ein Nachfahre der Kölner Farinas, der 1808 einen Laden in Paris eröffnet hatte. Weil viele sein erfolgreiches Parfüm kopierten, setzte er seine Unterschrift unter jedes Etikett – das erste Copyright der Parfümgeschichte.

Obwohl die Farinas das Rezept streng geheim hielten, sprießten bald Farina-Kopien wie Pilze aus dem Boden. Auch der Kaufmann Wilhelm Mülhens nennt sein Parfüm 1794 „Echt Kölnisch Wasser“ und schreibt später „4711“ dahinter, seine Hausnummer. Die davon verständlicherweise nicht gerade angetanen Farinas nannten ihren Duft nun „Original Kölnisch Wasser“.

Heute wird jedoch – wie gezeigt: zu Unrecht – „4711“ weitgehend als Synonym für den Begriff „Kölnisch Wasser“ verwendet.

Eine Legende zur Entstehung des Namens besagt, dass die Franzosen beim Einmarsch in Köln die Häuser auf Geheiß von General Daurier durchnummerierten und ein Leutnant dem Haus Mülhens in der Glockengasse die Hausnummer 4711 gab. Diese Geschichte wurde zum Markenzeichen für das Kölnisch Wasser von Mülhens.

Diese Legende ist aber offenbar historisch falsch. Nach historischen Dokumenten hat der Rat der Stadt Köln bereits vor dem Einmarsch der Franzosen die Hausnummerierung angeordnet. Dennoch eine schöne Legende.

Weltbekannt wurde die Marke auch durch ihre Plakatwerbung: Der französische Reiter, der die Nummer 4711 an eine Hauswand malt, steht bis heute in aller Welt für das Duftwasser aus Köln.

Ursprünglich war Kölnisch Wasser Medizin

Ursprünglich wurde das Eau de Cologne übrigens gar nicht als Duftwasser vertrieben, sondern als Medizin. Statt es auf die Haut aufzutragen, wurde es eingenommen. Seine wundersame Kraft wurde weithin gepriesen, etwa als Präventionspräparat gegen die Pest, aber auch gegen Gelbsucht, Ohnmachten und – da kam das Duftwasser schon durch – gegen „stinkenden Atem“.

Es kann aber nicht geraten werden, dass heutige Kölnisch Wasser zu trinken! Also sehen Sie bitte davon ab!

Wer typisch kölsche Traditionsstätten entdecken möchte, findet weitere Anregungen bei Feldhaus – Kölns Spielwarenwunderland: Das legendäre Spielzeuggeschäft auf der Schildergasse war bis zur Schließung ein Kölner Wahrzeichen.

Peter Schwegmann
Über den AutorPeter Schwegmann

Peter Schwegmann ist seit Jahren in Köln eng vernetzt und kennt die Stadt und ihre Menschen aus erster Hand. Für koelnundmehr.de berichtet er über lokale Politik, Stadtentwicklung, Kultur und gesellschaftliche Themen in Köln und der Region. Als ausgewiesener Kenner des Kölner Vereinslebens und Karnevals recherchiert er vor Ort und arbeitet quellenbasiert.