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„Närrische Hitparade“: Marita trauert um einen Freund

Köln | „Wir haben alles gewuppt!“

Große Trauer im kölschen Fasteleer.

Denn als das ehrwürdige Kölner Festkomitee am Sonntag sich öffentlich zu Wort meldete, wurde vielen Jecken mulmig zumute. Denn WDR-Größe Gisbert Baltes (†75) ist verstorben.

Einer, der den Karneval so lange begleitete – und prägte!

Urgestein erinnert an WDR-Mann Gisbert Baltes

„Gisbert Baltes galt in Karnevalskreisen über Jahrzehnte hinweg als großer Freund und zugleich als kritischer Begleiter des kölschen Fastelovends. Als WDR-Redakteur war er etwa für die Fernsehübertragungen der Festkomitee-Sitzungen zuständig – eine Aufgabe, die er nicht nur mit akribischer Kenntnis des Karnevals, sondern auch mit unheimlich viel Herzblut erfüllte“, heißt es von Ober-Jeck Lutz Schade.

Und weiter. „Er hat damit mit dazu beigetragen, den Kölner Karneval und die Kölsche Lebensart zu den Menschen in ganz Deutschland zu transportieren. Dafür gebührt ihm der große Dank aller Karnevalisten.“

Screenshot

Michael Schwan, Reiner Hömig, Marita Köllner z.B. sind untröstlich.

Das Urgestein verlor einen Freund, sagt uns an den leider Verstorbenen gerichtet: „Danke für die vielen schönen Momente. Wir haben alles gewuppt. Mit dir zusammen haben wir jedes Problem gelöst.“

Marita über den Sauerländer weiter: „Er hat auch versucht mich zu bremsen, wollte mir seine journalistische Ausbildung irgendwie näher bringen, aber die Frau Köllner ließ sich da nie beirren. Ich habe nie mit Moderationskarten arbeiten können, weil ich immer frei Schnauze moderiert habe. Er brauchte aber die Moderationskarten, weil das sein Job war.

SERVICE Karneval: SIE sind die neuen Karl Küpper-Erben

Köln | Eine wichtige Auszeichnung für Köln. In Gedenken an einen aufrechten Vertreter im Karneval! Das Festkomitee gibt bekannt: "Die Stadt Köln, das Festkomitee Kölner Karneval und der Verein der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums haben den Karl-Küpper-Preis in diesem Jahr an die beiden Lehrkräfte Laura Nickel und Max Teske verliehen. Nickel und Teske wurden für ihren Mut geehrt, rechtsextreme, rassistische und menschenfeindliche Vorfälle an ihrer damaligen Schule in Burg im Spreewald öffentlich zu machen. Zugleich gilt die Anerkennung ihrem fortgesetzten Engagement für Demokratiebildung und gegen Rechtsextremismus. Zusammen mit Lutz Schade, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, sowie Bernhard Conin, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums, überreichte Oberbürgermeister Torsten Burmester die Auszeichnung, die anlässlich des 50. Todestages des Karnevalisten Karl Küpper 2020 im Gedenken an dessen Einsatz für die Meinungsfreiheit und couragiertes Engagement gegen den Nationalsozialismus ins Leben gerufen wurde. Oberbürgermeister Burmester: „Laura Nickel und Max Teske treten ein gegen Ausgrenzung, gegen Antisemitismus, gegen Rassismus und setzen sich furchtlos für die Demokratie und das Miteinander ein. In dieser rauen Zeit, in der immer mehr Parteien und Personen für ein Weltbild werben, das zentrale Werte unseres Grundgesetzes missachtet, machen sie durch ihre Zivilcourage und Haltung einen Unterschied für unsere demokratische Kultur. “ Lutz Schade, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, ergänzte: „Karl Küpper war ein Karnevalist, der an exponierter Stelle – nämlich auf der Bühne – gegen das Nazi-Regime die Stimme erhob.

Er hatte das von der Pike auf gelernt und ich glaube, gerade diese Mischung, die die Journalisten und der Mitstreiterin, die einfach so aus dem Herzen rausgearbeitet hat.

Das war glaube ich die Mischung, warum wir so erfolgreich waren zusammen im in der Närrischen Hitparade. Wir haben viele tolle Sachen erlebt.

Irgendwo an der Weser, da hatten wir eine Sendung und ich bin nachmittags bei der Generalprobe über ein Kabel gefallen und hab mir den Fuß gebrochen und dann musste man mich abends mit der Schubkarre in die Sendung fahren und dann hab ich mit ihm moderiert, obwohl ich nicht richtig laufen konnte. Aber das waren so unvergessene Dinge, oder?“

Genau wie in Bad Münstereifel: „Da hatten wir irgendwie verdorbenes Essen und allen Kollegen ging es schlecht.

Nur ich konnte ja nix essen, weil ich Lampenfieber hatte und dadurch ging es mir gut und ich stand schon vor der Kamera und 30 Sekunden, bevor es losging in der Livesendung stand Gisbert auf einmal neben mir.

Hatte sich zugedröhnt mit irgendwelchen Medikamenten – und wir haben wieder eine tolle Sendung gemacht. Es wurde nie langweilig mit ihm und ich hatte wirklich viele viele tolle Momente und ich sage danke.“

Markus Krücken
Über den AutorMarkus Krücken

Markus Krücken ist Chefredakteur von Kölnundmehr.de und berichtet über Stadtpolitik, Karneval, Wirtschaft, Gastro, Sport, Kultur und gesellschaftliche Entwicklungen in Köln. Er verfügt über langjährige Erfahrung im lokalen und überregionalen Journalismus sowie im Ausland (Kärnten) und legt besonderen Wert auf unabhängige Recherche und bürgernahe Berichterstattung. Als Autor für Express, Ksta, Kicker, RP, Krone, Kleine Zeitung und MeinBezirk gestaltet der Gründer des erfolgreichen Köln-Talks Loss mer schwade den digitalen Wandel seit jeher am Puls der Zeit mit.