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„Train-Surfing“-Drama: Kölner Feuerwehr mit Appell

Köln | Was für eine wichtige Botschaft!

„Train-Surfing ist kein Trend. Es ist lebensgefährlich“, heißt es von der Kölner Feuerwehr am Montag Morgen.

Denn ein Einsatz vom Vortag hat die Alarmglocken schrillen lassen.

„Sonntagabend, 20:44 Uhr: Wir werden alarmiert, weil im Gleisbereich Weißhausstraße eine Person auf einem Zug des RE 5 gemeldet wird. Alle Gleise werden sofort gesperrt. Vom Zugdach sind Hilferufe zu hören.

Und dann kommt der schwerste Moment für alle Einsatzkräfte: warten. Solange die Oberleitung unter Strom steht, darf niemand auf den Zug. Erst als der Strom abgeschaltet und gesichert ist, kann die Rettung beginnen. Gegen 22 Uhr können wir auf das Dach des Zugs.

14-Jähriger erlitt 80-prozentige Verbrennungen des Körpers

Dort finden wir einen 14-jährigen Jugendlichen mit schweren Verbrennungen an rund 80 % des Körpers. Wir alarmieren zur Unterstützung den Rettungshubschrauber Christoph Dortmund. Der Patient wird noch auf dem Dach von Notärzten und Rettungskräften versorgt und anschließend vom Zugdach gerettet.

Auch der Triebwagenführer und Fahrgäste wurden vom Rettungsdienst gesichtet, betreut und zum Teil ins Krankenhaus transportiert. Ein solcher Einsatz hinterlässt Spuren, auch bei unseren Einsatzkräften. Die Hilferufe zu hören und nicht sofort helfen zu dürfen, geht an niemandem spurlos vorbei.

Deshalb war auch unser Team der Psychosozialen Unterstützung (PSU) vor Ort, um unsere Rettungskräfte nach dem Einsatz aufzufangen. Es waren rund 50 Kräfte von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr sowie Rettungsdienst im Einsatz.

Wir sagen es ganz deutlich:
⚡ Oberleitungen führen 15.000 Volt. Man muss sie nicht berühren: Schon in der Nähe kann ein Lichtbogen überspringen. Was das bedeutet, haben wir am Sonntag gesehen: Schwerste Verbrennungen an 80 % des Körpers.
💨 Fahrtwind, Kurven und Bremsungen reißen Menschen vom Zug.
🚇 Brücken, Tunnel und Masten kommen schneller, als man reagieren kann.

Train-Surfing ist keine Mutprobe und kein Content. Die Videos, die ihr im Netz seht, zeigen nur die Fälle, die „gut gegangen“ sind. Die anderen sehen wir im Einsatz.

👉 Sprecht mit euren Kindern, Geschwistern und Freund*innen darüber.
👉 Teilt und feiert keine Train-Surfing-Videos.
👉 Seht ihr jemanden auf oder außen an einem Zug: sofort 112 wählen.

Kein Klick, kein Like und keine Mutprobe ist euer Leben wert.“

Markus Krücken
Über den AutorMarkus Krücken

Markus Krücken ist Chefredakteur von Kölnundmehr.de und berichtet über Stadtpolitik, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklungen in Köln. Er verfügt über langjährige Erfahrung im lokalen Journalismus und legt besonderen Wert auf unabhängige Recherche und bürgernahe Berichterstattung.