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Pleite! Haie-Arena ist nur noch eine Fischbude

Köln | Es war am Freitagabend ein Bild mit Symbolcharakter. Das große Haie-Maul, durch das die Spieler des KEC vor der Partie durchlaufen, hatte eine große Riss bekommen und muss in den kommenden Tagen geflickt werden.

Verbesserungen sind auch sportlich beim eigentlich Meisterkandidaten dringend nötig, wenn die Saison nicht schnell ernüchternd werden soll. Denn auch gegen den EHC München setzte es für die Haie eine böse Niederlage. Mit 2:4 kassierte die Mannschaft von Neu-Coach Thomas Berglund bereits die dritte Niederlage im Haifischbecken.

In der letzten Saison war die Lanxess-Arena noch eine Festung. Aktuell kommen die Gegner gerne nach Köln und nehmen regelmäßig die Punkte mit. Deshalb rangiert der achtfache Meister gerade nur auf dem elften Rang in der DEL.

Kölner Haie stürzen auf Rang 11 ab – Kammerer zählt Kollegen an

„Ein Trend ist bei uns zu beobachten. Wir müssen deutlich ansprechen, wie wir uns in der Rückwärtsbewegung verhalten“, sagte Moritz Müller. Der Kapitän fordert: „Wir müssen alle im Kollektiv bessre sein, Sachen müssen klar angesprochen werden. Es ist nicht gut genug.“

Und zwar in allen Mannschaftsteilen fehlt es bisher an elementaren Dingen. Torwart Janne Juvonen ist weit von seiner überragenden Form aus der vergangenen Saison, die Defensive, letzte Spielzeit ein wichtiges Prunkstück für den Erfolg, kassierte bereits 25 Gegentreffer. Und auch in der Offensive zeigten sich die Haie gegen München ungewohnt zahnlos und ineffektiv.

Und auch die Special Teams bereiten Sorgen. Die Haie haben aktuell das schlechteste Unterzahl der Deutschen Eishockey Liga und kassierten in den vergangenen drei Spielen fünf Tore mit einem Mann weniger auf dem Eis. Und auch im Powerplay fehlte gegen München die nötige Durchschlagskraft.

An Super-Stürmer Noebels lag es nicht.

Dabei begann alles so positiv. Nach 23 Sekunden hatte Marcel Noebels die Gastgeber in Führung geschossen. Der Torjäger markierte einem präzisen Handgelenksschuss in die lange Ecke das 1:0.

Doch danach verfielen die Berglund-Jungs in alte Muster, überließen den Bayern die Initiative und machten zu viele Fehler, die die Roten Bullen ausnutzten. In Überzahl gelang Lukas Thaler der Ausgleich (8.), Elis Hede traf fünf Minuten darauf zum 2:1 für die Gäste.

Ein bitterer Treffer für Juvonen. Ein Münchner Versuch sprang von der Plexiglasscheibe vor den Kölner Kasten, wo Hede schneller agierte und die Scheibe über den Schoner des Kölner Keepers lupfte.

Lediglich 18 Sekunden warne im mittelabschnitt absolviert, als Tobias Rieder auf 3:1 erhöhte, nachdem zuvor Taro Hirose nicht gestoppt werden konnte und Rieder den Abpraller über die Linie bugsierte. Brady Ferguson per Leingang machte schon im Mittelabschnitt alles klar (38.).

Noebels konnte mit seinem dritten Doppelpack im dritten Spiel nur noch Ergebniskosmetik betreiben. „Es darf nicht sein, dass bei uns nur eine Reihe die Tore erzielt. Da muss auch von den anderen Spielern mehr kommen“, sagte Maximilian Kammerer. „Eigentlich starten wir optimal ins Spiel und gehen früh in Führung. Aber wir bekommen einfach zu viele Gegentore und verlieren zu oft die Zuordnung. Aber das Schöne ist, dass wir am Sonntag schon wieder eine Partie haben.“

Dann geht es für den KEC zu den Ingolstadt Panthern. Die taumeln wie die Haie und sind als Tabellenzwölfter ebenso weit von ihren hohen Erwartungen entfernt.

Frank Neusser
Über den AutorFrank Neusser

Frank Neusser schreibt für Kölnundmehr.de über Lokalpolitik, Stadtentwicklung und Sport. Der gelernte Journalist kennt Köln in all seinen Facetten – von den Ringen bis zu den Randlagen.